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Seine Söhne kommen vom Westen

Dieses Jahr begann mit einem Paukenschlag: Das entsetzliche Attentat gegen Juden in Paris erschütterte nicht nur die Nation Frankreich, sondern auch ganz Europa und viele andere Teile der Welt. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini kommentierte: „Ein Europa, in dem jüdische Eltern Angst haben, ihre Kinder zur Schule zu schicken, ist kein Europa mehr.“

Die Juden in Frankreich fühlen, dass sie nicht mehr länger dort leben können. Sie haben Angst, zum Supermarkt und zur Synagoge zu gehen, weil sie ermordet werden könnten. Sie wissen, dass sie weggehen müssen. Bei der Bestattung der Opfer von Paris sagte der israelische Präsident Reuven Rivlin: „So wollten wir eure Rückkehr nach Israel nicht. Wir wollten nicht, dass ihr auf diese Weise nach Hause kommt, nach Israel und in seine Hauptstadt Jerusalem. Wir wollten euch lebend haben, wir wollten das Leben für euch.“

„Der Herr wird brüllen wie ein Löwe. Und wenn er brüllen wird, so werden seine Söhne zitternd vom Westen herbeikommen… Und ich will sie wieder wohnen lassen in ihren Häusern, spricht der HERR.“ Hosea 11,10-11

Hat der Löwe zu brüllen begonnen? Befinden wir uns in einem neuen Zeitabschnitt? Ganz offensichtlich ist „der Westen“ ins Blickfeld gerückt. Auf dem Hintergrund der momentanen lebensbedrohenden Ereignisse erzittern manche Juden tatsächlich, aber Gott hat ihnen eine Zufluchtsstätte bereitet: Sein eigenes Land, Israel. Uns ist sehr wohl klar, dass noch viele, viele Juden aus dem Westen zurückkehren müssen. Aber der Zeitpunkt und die Umstände sind in der Hand des souveränen Gottes Israels.

Dabei haben wir die alarmierende und sich verschlechternde Situation in der Ukraine nicht vergessen. Im Gegenteil: Wir haben unseren Einsatz an Mitarbeitern und Finanzen dort verstärkt. Viele Jahre war es unser Hauptziel, den Juden im „Land des Nordens“ (der ehemaligen Sowjetunion) bei der Rückkehr zu helfen. Vielen haben wir sogar eine kostenlose Schiffsreise von Odessa nach Haifa ermöglicht. Wir warnten sie auch vor den Stürmen, die am Horizont aufzogen. Viele gingen darauf ein, manche aber auch nicht. In Jeremia 23,8 lesen wir, in welcher Reihenfolge Gott Sein auserwähltes Volk sammelt: Zuerst „aus dem Land des Nordens“ und dann „aus allen Nationen“, in die sie zerstreut wurden. Dies wird schließlich zum zweiten Exodus führen.

In Jeremia 16,16 erklärt der Gott Israels, dass Er viele Fischer senden wird, um Sein Volk zu suchen und zurückzubringen; doch dann lässt Er die Jäger kommen – was die Situation total verändern wird. Ich glaube, dass eine Phase echter Dringlichkeit begonnen hat. Nicht nur Juden sind mehr und mehr in einer lebensbedrohlichen Situation; auch Christen, die an den Gott Israels und an Seinen Messias glauben, kommen zunehmend unter Druck. Wir sind herausgefordert, die Kosten zu überschlagen und uns fest auf das unveränderliche Wort Gottes zu stellen – zusammen mit Seinem auserwählten Volk.

Am 27. Januar nahmen meine liebe Frau Hanna und ich in Krakau/Polen an einer sehr bedeutsamen Konferenz anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des KZ Auschwitz teil. Es war sehr schmerzhaft, mit dem damaligen tödlichen Schweigen und der Untätigkeit der Weltgemeinschaft konfrontiert zu werden und sich deren Folgen zu erinnern. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu stellte zu Recht fest: „Zu viele in Europa haben aus dem Massenmord an sechs Millionen Juden nichts gelernt.“

Liebe Freunde, was bedeutet das für uns bibelgläubige Christen? Unsere Liebe zum jüdischen Volk und unser Einstehen für Israel wird in der vor uns liegenden Zeit Prüfungen ausgesetzt sein. Ich glaube, die Zeit netter Worte und halbherziger Taten ist vorüber. Wir müssen unsere Stimme erheben gegen Antisemitismus in jeder Form und Gottes auserwähltem Volk mit wahrer Freundschaft begegnen und es beschützen. Wir haben die großartige Möglichkeit und gleichzeitig eine klare Verpflichtung, jüdischen Menschen bei ihrer Aliyah zu helfen! Jesaja 49,22 fordert uns in den Nationen deutlich dazu auf, Gottes Volk zurückzubringen.

Die momentane Entwicklung in Europa und weltweit ist ein Weckruf, jetzt entschlossen zu handeln! Vielen Dank für all Ihre Unterstützung in dieser Notlage – sei es im Gebet, finanziell oder durch praktische Hilfe.

Wir wollen, dass die Juden in Frankreich und in aller Welt lebendig ins Land ihrer Väter zurückkehren.